Die Alexianer-Brüdergemeinschaft - ein traditionsreicher Krankenpflegeorden

Die Alexianer-Brüder wirken seit rund 800 Jahren als Pflegegemeinschaft für kranke und pflegebedürftige Menschen. Die Ordensgemeinschaft entwickelte sich aus der spätmittelalterlichen Bewegung der Begarden. Sie waren einfache und fromme Männer, die den mittleren Weg zwischen der Gesellschaft und dem Klerus suchten und traten insbesondere in der Gegend Brabants und im niederrheinischen Raum auf.

Die Wurzeln des Christentums, dienend für andere Menschen da sein, bildeten ihre Profession.
Sie kümmerten sich um kranke, schwache und ausgestoßene Menschen aus der Gesellschaft. Ihr weibliches Pendant waren die Beginen.

Die Begarden ließen sich in kleinen Gemeinschaften an den Stadträndern nieder und wurden neben Brot- oder Webbegarden auch Celliten, Lollarden, Lungebrüder oder Mannemannen genannt.


Im Laufe der Zeit entwickelte aus den freien, voneinander getrennten Gruppen eine gewachsene Gemeinschaft.



Urkundlich gesichert besteht das Mutterhaus, das Kloster in Aachen, seit 1334. Dem "schwarzen Tod", der ersten großen Pestepidemie in Europa in der Mitte des 14. Jahrhunderts fiel fast ein Drittel der Bevölkerung zum Opfer und zwang die Brüderschaft in eine festere Form der Organisation. Sie arbeiteten verstärkt zusammen und wurden sich ihrer Zugehörigkeit zunehmend bewusster. In vielen Städten schlossen die Stadträte mit ihnen Verträge, in denen die Brüderschaft verschiedene soziale Aufgaben sowie auch die Bestattung der Toten übernahm.


Um 1480 taucht erstmals der Name "Alexianer" auf, benannt nach dem heiligen Alexius, den sie zum Patron der Brüdergemeinschaft erwählt hatten. Im Jahre 1507 wurden die Alexianer schließlich durch Papst Julius II. als Ordensgemeinschaft anerkannt. Im 17. Jahrhundert begannen die Brüder mit einem neuen Dienst: Sie schützten die Geisteskranken vor dem "Zurschaustellen" und nahmen kranke Menschen in ihre Häuser auf. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts weiteten die Alexianer ihren Tätigkeitsbereich aus: Aachener Brüder gründeten neue Einrichtungen in Übersee.

1866 gingen sie nach Chicago und kurz danach richteten sie Niederlassungen in Manchester und London ein. Im Jahre 1870 wurden Sie zu einer Gemeinschaft päpstlichen Rechts approbiert. Weitere zur Alexianer-Brüdergemeinschaft finden Sie auch unter www.alexianerkloster.de



Das Alexianer-Wappen zeigt einen Pelikan, der seine Jungen mit seinem Herzblut nährt - ein Symbol für die sich selbst verzehrende christliche Liebe.

In einem Feld des Wappens werden zwei Spaten dargestellt - als Erinnerung an das frühere Wirken der Alexianer bei der Bestattung der Toten.

Das dritte Feld mit dem Raben, der einen Brotlaib im Schnabel hält, deutet auf die Versorgung der Mittellosen, wie es die Alexianer seit Jahrhunderten praktizieren.

Über dem Wappen ragt das Kreuz empor, und ein Band trägt die Worte des Apostels Paulus:
"Die Liebe Christi drängt uns."